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Customer journey optimieren: von der ersten berührung bis zum abschluss entlang aller digitalen und analogen touchpoints

Customer journey optimieren: von der ersten berührung bis zum abschluss entlang aller digitalen und analogen touchpoints

Customer journey optimieren: von der ersten berührung bis zum abschluss entlang aller digitalen und analogen touchpoints

Viele Unternehmen investieren viel Geld in Marketing, optimieren ihre Website, schulen den Vertrieb – und wundern sich trotzdem über zu wenig Anfragen oder niedrige Abschlussquoten. In den meisten Fällen liegt das Problem nicht an einem einzelnen Kanal, sondern an der Summe aller Kontaktpunkte: der Customer Journey.

Die Customer Journey ist nichts anderes als der Weg, den ein Interessent von der ersten Berührung mit Ihrer Marke bis zur Entscheidung (Kauf, Anfrage, Absprung) durchläuft – online und offline. Und genau entlang dieser Strecke verlieren die meisten Unternehmen unnötig viele potenzielle Kunden.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie Ihre Customer Journey systematisch analysieren und optimieren – von der ersten Aufmerksamkeit bis zum Abschluss, entlang aller digitalen und analogen Touchpoints. Mit Beispielen aus der Praxis, klaren Schritten und Checklisten, die Sie direkt auf Ihr Unternehmen übertragen können.

Warum die Customer Journey in B2B und Mittelstand oft brüchig ist

In Projekten mit mittelständischen B2B-Unternehmen sehe ich immer wieder dieselben Muster:

Ergebnis: hohe Streuverluste im Marketing, frustrierte Vertriebsteams, lange Sales-Cycles und unklare Prioritäten. Genau hier setzt eine optimierte Customer Journey an.

Was bedeutet „Customer Journey optimieren” konkret?

Optimierung bedeutet nicht, dass alles „schöner” oder „digitaler” werden muss. Es geht um drei harte Ziele:

Dafür müssen Sie drei Dinge leisten:

Schauen wir uns an, wie Sie das Schritt für Schritt machen.

Schritt 1: Ihre Customer Journey aus Kundensicht kartieren

Der größte Fehler: Die Journey am Schreibtisch „erdenken”. Besser: mit echten Kunden beginnen. Ein pragmatischer Ansatz, der in der Praxis funktioniert:

1. Starten Sie mit 5–10 gewonnenen und 5–10 verlorenen Deals der letzten 12 Monate.

Führen Sie mit den wichtigsten Entscheidern (oder mit Ihrem Vertrieb, wenn Kundeninterviews (noch) nicht möglich sind) strukturierte Gespräche. Fragen Sie:

2. Visualisieren Sie die Schritte auf einer einfachen Zeitleiste.

Kein kompliziertes Design nötig – ein Whiteboard oder ein digitales Board reicht. Typische Phasen im B2B:

Unter jede Phase schreiben Sie die realen Touchpoints: Website, Google-Suche, Messe, Empfehlung, LinkedIn-Post, Telefonat mit Vertrieb, Demo-Termin, Angebotspräsentation, Referenzbesuch, etc.

3. Erfassen Sie die Emotionen und Fragen pro Phase.

Fragen Sie sich: „Wie fühlt sich der Kunde in dieser Phase? Was will er wissen?” Typische Beispiele:

Damit haben Sie den Rohplan Ihrer Customer Journey.

Schritt 2: Digitale und analoge Touchpoints systematisch erfassen

Im zweiten Schritt erfassen Sie alle relevanten Berührungspunkte – ohne Wertung. Ziel: Transparenz.

Digitale Touchpoints (Auswahl):

Analoge Touchpoints (Auswahl):

Tragen Sie diese Touchpoints in Ihre Journey-Visualisierung ein: Wo passiert was? Und: Welche Touchpoints fallen aktuell komplett weg, obwohl Kunden sie erwarten würden (z. B. Referenzen auf der Website, Case Studies, Live-Demo)?

Schritt 3: Engpässe identifizieren – wo verlieren Sie die meisten Chancen?

Jetzt kommt der Teil, der über Prioritäten entscheidet. Sie brauchen keine „perfekte” Journey, sondern eine, die Ihre größten Lecks schließt.

Typische Engpässe aus Projekten mit KMU:

Wenn Sie Daten haben, nutzen Sie sie (CRM, Google Analytics, Marketing-Automation). Wenn nicht, starten Sie pragmatisch mit der Einschätzung von Vertrieb und Innendienst:

Priorisieren Sie anschließend maximal zwei bis drei Brennpunkte, die Sie in den nächsten drei bis sechs Monaten gezielt verbessern.

Praxisbeispiel: Wie eine B2B-ETI ihre Journey über alle Kanäle verbessert hat

Ein Beispiel aus meiner Beratungspraxis (Maschinenbau, ca. 250 Mio. € Umsatz):

Ausgangslage: Sehr starker Außendienst, viele Messen, aber schwache digitale Präsenz. Website diente als „Visitenkarte”, kaum Leads. Entscheidungsprozesse bei Kunden: lang, technisch komplex, mehrere Stakeholder.

Identifizierte Engpässe:

Umgesetzte Maßnahmen:

Ergebnis nach 9 Monaten:

Wichtig: Keiner dieser Schritte war ein „Raketenwissenschaftsprojekt” – es ging vor allem darum, digitale und analoge Touchpoints logisch zu verbinden und sich konsequent an der Sicht des Kunden zu orientieren.

Schritt 4: Schlanke Optimierung pro Phase – was Sie konkret tun können

Statt die gesamte Journey perfektionieren zu wollen, gehen Sie Phase für Phase durch und stellen sich jeweils drei Fragen:

Einige konkrete Hebel, die in vielen Unternehmen schnell Wirkung zeigen:

Frühe Phase (Aufmerksamkeit, Recherche):

Mittlere Phase (Vergleich, Erstkontakt):

Späte Phase (Entscheidung, interne Abstimmung):

Schritt 5: Marketing, Vertrieb und Service auf eine gemeinsame Journey einschwören

Die beste Journey-Grafik bringt nichts, wenn sie nur im Marketing-Ordner liegt. Die eigentliche Arbeit beginnt mit der internen Abstimmung.

Pragmatische Vorgehensweise:

Wichtig: Halten Sie es einfach. Zu viele Kennzahlen führen dazu, dass niemand mehr hinschaut.

Checkliste: So bewerten Sie Ihre Touchpoints entlang der Journey

Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihre wichtigsten digitalen und analogen Kontaktpunkte zu prüfen:

Was Sie ab morgen konkret ändern können

Um nicht in der Analyse zu stecken zu bleiben, empfehle ich folgenden Minimalplan für die nächsten vier Wochen:

Sie müssen nicht alles gleichzeitig digitalisieren oder Ihr komplettes CRM umbauen. Entscheidend ist, dass Sie:

Wenn Sie das schaffen, wird Ihre Customer Journey vom unkontrollierten „Zufallsprozess” zu einem strukturierten, steuerbaren Wachstumshebel – und genau das brauchen mittelständische Unternehmen im B2B, um in immer komplexeren Märkten planbar zu wachsen.

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