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Digitaler vertrieb: wie crm und marketing-automation zusammenwirken und b2b-sales messbar erfolgreicher machen

Digitaler vertrieb: wie crm und marketing-automation zusammenwirken und b2b-sales messbar erfolgreicher machen

Digitaler vertrieb: wie crm und marketing-automation zusammenwirken und b2b-sales messbar erfolgreicher machen

Viele B2B-Unternehmen haben inzwischen ein CRM eingeführt – und parallel dazu ein Tool für Marketing-Automation. Auf dem Papier ist damit der Weg zum „digitalen Vertrieb“ frei. In der Praxis sieht es oft anders aus: zwei Systeme, zwei Teams, zwei Datensilos. Marketing produziert Leads, Vertrieb sagt „die sind nicht qualifiziert“, und die Geschäftsführung fragt sich, warum trotz aller Tools der Auftragseingang nicht spürbar steigt.

In diesem Artikel geht es nicht um Tool-Vergleiche, sondern um etwas Wichtigeres: Wie Sie CRM und Marketing-Automation so verzahnen, dass Ihr B2B-Vertrieb messbar erfolgreicher wird. Mit klaren Prozessen, gemeinsamen Kennzahlen und einem Set an ganz konkreten Umsetzungsschritten.

Was leisten CRM und Marketing-Automation jeweils – und wo liegen die Grenzen?

Bevor man über Zusammenspiel spricht, muss klar sein, wofür welches System gedacht ist. In vielen Unternehmen ist genau das nicht sauber geklärt – mit der Folge, dass sich Funktionen doppeln oder gar nicht genutzt werden.

CRM (Customer Relationship Management) ist im Kern Ihr digitales Gedächtnis für Kunden und Opportunities. Typische Aufgaben:

Marketing-Automation hingegen steuert und automatisiert die gesamte Lead-Bearbeitung vor der eigentlichen Opportunity:

Man kann sich das simpel merken:

Marketing-Automation kümmert sich um Leads vor dem ersten echten Vertriebsgespräch. Das CRM übernimmt ab dem Moment, wo ein konkreter Verkaufsprozess startet.

Das Problem: In vielen B2B-Firmen „weiß“ das CRM nichts über das Verhalten des Leads in der Marketing-Phase – und die Marketing-Automation „weiß“ nichts über den späteren Verkaufserfolg. Genau hier verschenken Sie Potenzial.

Warum das Zusammenspiel entscheidend ist – und was es in Zahlen bringt

Wenn CRM und Marketing-Automation sauber verzahnt sind, passiert im Kern dreierlei:

In Projekten mit mittelständischen B2B-Unternehmen sehe ich typischerweise folgende Effekte nach 6–12 Monaten:

Entscheidend ist: Diese Effekte kommen nicht durch das Tool, sondern durch die Prozesse und die gemeinsame Definition von Marketing und Vertrieb, was ein „guter Lead“ ist und wie der Übergabeprozess aussieht.

Der typische Status quo in KMU: viele Daten, wenig Wirkung

Ein kurzer Blick auf eine typische Ausgangssituation in mittelständischen B2B-Unternehmen, die ich immer wieder antreffe:

Die Folge: Niemand kann seriös beantworten, welche Marketing-Aktivitäten tatsächlich zu Umsatz führen. Und der Vertrieb verbringt viel Zeit damit, Leads „hinterherzutelefonieren“, die eigentlich (noch) nicht kaufbereit sind.

Praxisbeispiel: Wie ein Maschinenbauer Marketing- und Vertriebsprozesse verzahnt hat

Ein Beispiel aus einem Projekt mit einem Maschinenbau-Unternehmen (ca. 150 Mitarbeiter, reiner B2B-Vertrieb):

Ausgangslage:

Vorgehen in 4 Schritten:

Ergebnis nach 9 Monaten:

Entscheidend war nicht die technische „Integration“ allein, sondern die Klarheit, wann welcher Lead in welchem System ist und wer was damit macht.

Der ideale Lead-Lifecycle: Wer macht wann was – in welchem System?

Ein pragmatisches Modell für B2B-Unternehmen besteht aus fünf Stufen, die Sie in CRM und Marketing-Automation abbilden sollten:

Wichtig: Dieses Modell ist kein Selbstzweck. Es dient dazu, klare Verantwortlichkeiten und Messpunkte zu schaffen: Wie viele Leads werden zu MQLs? Wie viele MQLs werden zu Opportunities? Wie viele Opportunities zu Aufträgen?

Lead-Scoring: Aus „Bauchgefühl“ wird System

Ein zentrales Bindeglied zwischen Marketing-Automation und CRM ist das Lead-Scoring. Es sorgt dafür, dass der Vertrieb nicht jedes Whitepaper-Download sofort anrufen muss – sondern nur die Leads, bei denen ein gewisser Reifegrad erreicht ist.

Pragmatischer Ansatz für KMU:

Beispiel (stark vereinfacht):

Wichtig: Starten Sie bewusst einfach. Sie können das Scoring später feinjustieren, wenn Sie genügend Daten haben. Perfektion am Anfang blockiert nur.

Sales Enablement: Wie Marketing dem Vertrieb im richtigen Moment die richtigen Argumente liefert

Wenn CRM und Marketing-Automation verbunden sind, können Sie nicht nur Leads übergeben, sondern auch kontextbezogene Inhalte bereitstellen.

Ein typischer Ablauf in einem B2B-Vertriebsteam, das diesen Hebel nutzt:

So wird die Marketing-Automation vom „Newsletter-Werkzeug“ zum echten Sales-Enablement-System, das Verkaufschancen aktiv unterstützt.

Die wichtigsten Kennzahlen: Was Sie zwingend messen sollten

Ohne Zahlen bleibt „digitaler Vertrieb“ ein Buzzword. Die gute Nachricht: Mit einem sauberen Zusammenspiel von CRM und Marketing-Automation können Sie mit wenigen Kennzahlen schon sehr weit kommen.

Wichtige Kennzahlen entlang des Funnels:

Schon mit diesen sechs, sieben Kennzahlen können Sie entscheiden, wo Sie ansetzen müssen:

Umsetzungs-Checkliste: So gehen Sie in der Praxis vor

Wenn Sie CRM und Marketing-Automation heute eher „nebeneinander“ betreiben, empfehle ich dieses Vorgehen in 8 Schritten:

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden

In Projekten sehe ich immer wieder dieselben Stolpersteine, die Sie sich sparen können:

Wie Sie den nächsten Schritt angehen

Digitaler Vertrieb ist kein einmaliges IT-Projekt, sondern eine stetige Weiterentwicklung von Prozessen, Systemen und Zusammenarbeit. Der Hebel liegt nicht im nächsten „smarten Feature“, sondern in der konsequenten Verzahnung von CRM und Marketing-Automation entlang Ihres realen Vertriebsalltags.

Wenn Sie heute bereits ein CRM und ein Marketing-Automation-Tool im Einsatz haben, können Sie folgendermaßen starten – ohne Großprojekt, aber mit spürbarem Effekt:

Wer so vorgeht, macht aus CRM und Marketing-Automation Schritt für Schritt ein gemeinsames, messbares System für mehr Umsatz – statt zwei isolierten Insel-Lösungen, die vor allem Lizenzgebühren kosten.

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