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Erfolgreiches account-based-marketing: schlüsselkonzepte für b2b-unternehmen im industriellen mittelstand

Erfolgreiches account-based-marketing: schlüsselkonzepte für b2b-unternehmen im industriellen mittelstand

Erfolgreiches account-based-marketing: schlüsselkonzepte für b2b-unternehmen im industriellen mittelstand

Viele Vertriebsleiter im industriellen Mittelstand spüren gerade den gleichen Druck: Die klassischen Vertriebskanäle bringen weniger planbare Ergebnisse, Messe-Leads werden immer teurer, und die Top-Accounts sind längst überflutet von generischen Mailings. Gleichzeitig hängen 60–80 % des Jahresumsatzes an wenigen Schlüsselkunden. Genau hier setzt Account-Based Marketing (ABM) an – wenn man es richtig versteht und pragmatisch umsetzt.

Was steckt hinter Account-Based Marketing (ABM) – in Klartext

Account-Based Marketing ist im Kern eine simple Idee: Statt viele Leads breit anzusprechen und zu hoffen, dass „irgendwer“ kauft, richten Sie Marketing und Vertrieb gezielt auf eine definierte Liste von Wunschkunden (Accounts) aus – mit individuellen Botschaften, Inhalten und Aktionen.

ABM bedeutet nicht „noch eine Marketing-Sau durchs Dorf treiben“, sondern:

Wichtig: ABM ist kein Tool, das Sie einfach „kaufen“ können. Es ist eine Vorgehensweise – Tools unterstützen nur.

Warum ABM gerade für den industriellen Mittelstand spannend ist

Viele ABM-Beispiele kommen von großen Software-Unternehmen. Die logische Frage im Mittelstand lautet: „Funktioniert das bei uns in der Industrie überhaupt?“ – Ja, und zwar oft besser als im Software-Umfeld, weil Ihre Märkte meist enger und Ihre Zielkunden klarer abgrenzbar sind.

Typische Ausgangssituation im industriellen Mittelstand:

ABM adressiert genau diese Lücke. Drei konkrete Vorteile für den industriellen Mittelstand:

Die zentralen Bausteine eines ABM-Programms

Sie brauchen kein 50-Seiten-Konzept. Aber drei Bausteine müssen sitzen, sonst bleibt ABM ein Buzzword:

Zielkunden sauber auswählen

Die Qualität der Account-Liste entscheidet über den Erfolg. Typische Auswahlkriterien im industriellen B2B:

Praxis-Tipp: Starten Sie mit einer Top-30-Liste (Tier 1) und einer Erweiterungsliste von 50–100 Accounts (Tier 2). Für Tier 1 investieren Sie mehr Personalisierung, für Tier 2 arbeiten Sie mit skalierbaren, aber fokussierten Maßnahmen.

Buying Center verstehen und strukturieren

In industriellen Kaufentscheidungen sind oft 5–10 Personen involviert. Typische Rollen:

Für jeden Ziel-Account braucht es ein einfaches, aber klares Buying-Center-Canvas:

Dieses Canvas sollte gemeinsam von Vertrieb und Marketing erstellt werden. Es ist die Grundlage für Content, Argumentation in Terminen und Kampagnen.

Inhalte und Touchpoints orchestrieren

ABM heißt nicht „für jeden Account ein 20-seitiges Whitepaper schreiben“. Es geht darum, einige wenige, starke Inhalte zu entwickeln und sie rollen- und accountspezifisch einzusetzen.

Typische Content-Formate im industriellen ABM:

Diese Inhalte werden dann entlang einer Kontaktstrecke platziert, z.B.:

Schritt-für-Schritt-Vorgehen für Ihr erstes ABM-Pilotprojekt

Statt ein großes ABM-Programm aufzubauen, empfehle ich im Mittelstand einen 6–9-monatigen Pilot mit klar umrissenem Scope. Ein praxiserprobter Ablauf:

1. Ausgangslage und Ziel definieren (2 Wochen)

2. Ziel-Accounts auswählen (2–3 Wochen)

3. Buying-Center-Profile erarbeiten (3–4 Wochen)

4. Inhalte und Angebote entwickeln (4–6 Wochen)

5. Kontaktstrecke aufsetzen (2–3 Wochen)

6. Pilot fahren und iterativ optimieren (3–6 Monate)

Praxisbeispiel: Ein Maschinenbauer mit 30 Zielaccounts

Ein mittelständischer Maschinenbauer (ca. 250 Mio. € Umsatz, 3 Werke in DACH) stand vor einem typischen Problem: Hohe Abhängigkeit von 15 Großkunden, wenig Neugeschäft in neue Accounts, gleichzeitig ambitionierte Wachstumsziele.

Ausgangslage:

Vorgehen im ABM-Pilot:

Ergebnis nach 9 Monaten Pilot:

Entscheidend war weniger ein „perfektes“ Setup, sondern die Konsequenz im Fokus: Klare Zielaccounts, klare Rollen, klare Kontaktstrecke.

Typische Stolpersteine im Mittelstand – und wie Sie sie vermeiden

ABM scheitert selten an Technologie, sondern an Organisation und Erwartungsmanagement. Die häufigsten Fallstricke:

KPI-Set: Woran Sie erkennen, ob Ihr ABM funktioniert

Sie brauchen kein hochkomplexes Dashboard. Aber ein klarer Satz an Kennzahlen ist Pflicht, um Fortschritt und Wirkung zu beurteilen.

Empfohlene KPIs im industriellen ABM (Pilotphase):

Wichtig ist die Transparenz für alle Beteiligten: Ein einfaches, gemeinsam gepflegtes Dashboard (z.B. im CRM oder Notion/Excel) reicht – solange es regelmäßig besprochen und als Entscheidungsgrundlage genutzt wird.

Fazit: Kleine, fokussierte Schritte statt großer ABM-Versprechungen

Account-Based Marketing ist kein Allheilmittel, aber ein sehr wirkungsvolles Werkzeug, wenn Sie im industriellen B2B-Geschäft mit klar definierbaren Wunschkunden arbeiten. Der Hebel liegt nicht in fancy Technologie, sondern in drei Dingen:

Wenn Sie starten wollen, empfehle ich Ihnen, sich folgende Checkliste vorzunehmen und ehrlich mit Ja/Nein zu beantworten:

Wenn Sie hier mehr als zweimal „Nein“ ankreuzen, liegt in ABM mit hoher Wahrscheinlichkeit ein schlummernder Wachstumshebel für Ihr Unternehmen. Und der Einstieg ist überschaubar: ein klar definierter Pilot, ein fokussiertes Segment, eine realistische Laufzeit von 6–9 Monaten – und die Bereitschaft, Vertrieb und Marketing wirklich an einem Ziel auszurichten.

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