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Founders mindset: welche einstellungen erfolgreiche gründende wirklich auszeichnen und wie man sie entwickelt

Founders mindset: welche einstellungen erfolgreiche gründende wirklich auszeichnen und wie man sie entwickelt

Founders mindset: welche einstellungen erfolgreiche gründende wirklich auszeichnen und wie man sie entwickelt

Viele Gründende investieren Wochen in ihren Businessplan – und wenige Stunden in ihr eigenes Mindset. In der Praxis erlebe ich aber genau das Gegenteil: Der Plan überlebt selten die ersten sechs Monate, das Mindset entscheidet, ob Sie dann anpassen, durchhalten oder aufgeben.

In diesem Artikel geht es nicht um Motivationsparolen, sondern um sehr konkrete Einstellungen, die ich bei erfolgreichen Gründerinnen und Gründern in KMU und B2B-Start-ups immer wieder beobachte – und vor allem darum, wie Sie diese systematisch entwickeln können.

Warum Mindset für Gründer wichtiger ist als der Businessplan

Ein Businessplan beantwortet: „Was wollen wir tun?“

Das Mindset beantwortet: „Wie gehen wir mit allem um, was nicht nach Plan läuft?“

Und das ist viel. Ein paar harte Fakten aus meiner Beratungspraxis und einschlägigen Studien:

Erfolg hängt deshalb weniger davon ab, ob Sie am Anfang den „perfekten Plan“ haben, sondern ob Sie:

Genau hier kommt das Founders Mindset ins Spiel – eine Sammlung von Haltungen und Denkgewohnheiten, die dieses Verhalten wahrscheinlicher machen.

Die wichtigsten Einstellungen erfolgreicher Gründer

Aus Dutzenden Projekten mit Start-ups und Inhaber:innen-geführten Unternehmen lasse ich Ihnen die PowerPoint-Theorie weg und konzentriere mich auf die Einstellungen, die ich in der Praxis wirklich wieder und wieder sehe.

Radikale Verantwortung statt Ausreden

Erfolgreiche Gründer übernehmen radikale Verantwortung. Das heißt nicht, dass sie an allem „schuld“ sind – aber sie fragen sich konsequent: „Was liegt in meinem Einflussbereich?“

Typischer Unterschied:

Mini-Fall aus meiner Beratung: Ein B2B-Software-Start-up verlor in drei Monaten drei Großkunden an einen Wettbewerber. Das Team schimpfte über „dumpingartige Preise“. Der Gründer stellte sich vor das Team und sagte: „Wir tun jetzt so, als wäre der Wettbewerber uns überlegen – wo genau? Performance, Support, Kommunikation? Wir holen systematisch Feedback ein, auch wenn es weh tut.“ Ergebnis: Sie entdeckten drei konkrete Schwachstellen im Onboarding-Prozess und konnten binnen sechs Monaten die Churn-Rate halbieren.

Kernbotschaft: Radikale Verantwortung beschleunigt Lernen. Ausreden verlangsamen es.

Lernorientierung statt Perfektionsdrang

Viele Gründende blockieren sich mit einem unbewussten Anspruch: „Wir dürfen uns keine Fehler leisten.“ Ergebnis: Man plant, analysiert, optimiert – und kommt nicht ins Handeln.

Eine lernorientierte Haltung dreht das um:

Praktische Ausprägung: Erfolgreiche Gründer definieren Experimente statt endgültiger Entscheidungen. Beispiel: „Wir testen in den nächsten vier Wochen zwei Preismodelle mit je mindestens 20 Kundenkontakten“ statt „Wir müssen jetzt die endgültige Preisliste verabschieden“.

Kundenobsession statt Produktverliebtheit

„Unser Produkt ist so gut, der Markt wird das schon erkennen.“ Dieser Satz ist einer der teuersten Glaubenssätze im Gründungskontext.

Gründer mit starkem Mindset drehen die Perspektive:

Ein einfaches Kriterium aus der Praxis: Wenn Sie als Gründer mehr Stunden pro Woche mit PowerPoint/Slides verbringen als mit echten (potenziellen) Kunden, stimmt etwas nicht.

Pragmatischer Realismus statt Startup-Romantik

Gutes Mindset ist nicht: „Alles ist möglich, wenn du nur daran glaubst.“

Gutes Mindset klingt eher so: „Es wird härter, teurer und länger als geplant – und wir bauen von Anfang an robuste Annahmen und Sicherheitsmargen ein.“

Merkmale eines pragmatischen Realismus:

In einem Produktions-Start-up, das ich begleitet habe, haben wir den ursprünglichen Businessplan um 30 % mehr Anlaufkosten und 6 Monate längere Vertriebszyklen ergänzt. Ergebnis: Die Gründer mussten zwar früher auf Effizienz achten, gerieten aber nie in Panik, als sich Deals verzögerten – sie hatten es einkalkuliert.

Konstruktiver Umgang mit Angst und Unsicherheit

Gründen ohne Angst gibt es nicht. Wer etwas anderes behauptet, romantisiert.

Der Unterschied liegt darin, wie man mit dieser Angst umgeht:

Mindset heißt hier: „Angst ist ein Signal, dass etwas wichtig ist – nicht, dass ich es vermeiden sollte.“

Langfristige Ausdauer statt kurzfristiger Hype

Viele Start-ups scheitern nicht, weil die Idee schlecht war, sondern weil der Atem ausgeht. Zeitlich, finanziell oder mental.

Ein tragfähiges Founders Mindset beinhaltet daher von Beginn an Langfrist-Perspektive:

In einer B2B-Agentur, die ich begleitet habe, arbeitete der Gründer anfangs 70+ Stunden pro Woche. Erst als er die Einstellung geändert hat von „Ich muss alles kontrollieren“ hin zu „Meine Aufgabe ist es, ein System zu bauen, das ohne mich funktioniert“, konnte das Unternehmen skalieren – und seine persönliche Belastung ging runter.

Systemdenken statt Aktionismus

Viele Gründende reagieren vor allem auf Symptome:

Gründer mit starkem Mindset denken in Systemen:

Systemdenken ist kein akademischer Luxus. Es schützt vor teuren Fehlentscheidungen, zum Beispiel, tausende Euro in Marketing zu stecken, obwohl das eigentliche Problem eine miserable Angebotspräsentation im Vertrieb ist.

Wie Sie diese Einstellungen konkret entwickeln

Die gute Nachricht: Mindset ist kein statisches Persönlichkeitsmerkmal. Es ist trainierbar – über Routinen, Fragen und Entscheidungen im Alltag.

Werkzeuge für radikale Verantwortung

Stellen Sie sich und Ihrem Team bei jedem Problem standardmäßig drei Fragen:

Führen Sie eine einfache „Ownership-Liste“:

Allein dieses kleine Format verschiebt die Haltung im Team spürbar.

Lernorientierung etablieren: Weekly Learning Review

Richten Sie eine wöchentliche Routine (30–45 Minuten) ein, mit nur drei Leitfragen:

Wichtiger Punkt: Es geht nicht um Rechtfertigung, sondern um Lernen. Belohnen Sie im Team sichtbare Experimente und offenes Eingestehen von Fehleinschätzungen.

Kundenobsession operationalisieren

Sie müssen Kundenfokus messbar machen, sonst bleibt er eine Floskel.

Wenn Sie diese drei Punkte ernsthaft umsetzen, werden Produkt- und Service-Entscheidungen automatisch marktnäher.

Pragmatischen Realismus einbauen: Finanz- und Risikocheck

Verankern Sie realistisches Denken über zwei einfache Checks:

Das Ziel ist nicht, jede Katastrophe zu verhindern, sondern nicht überrascht zu werden.

Angst und Unsicherheit managen: Entscheidungsformate

Unsicherheit wird toxisch, wenn Entscheidungen endlos vertagt werden. Legen Sie deshalb feste Entscheidungsformate fest, zum Beispiel:

Entscheidungsstärke ist zu einem guten Teil eine Frage von Strukturen – nicht von Mut allein.

Langfrist-Perspektive sichern: Gründer als Systemarchitekt

Definieren Sie für sich eine Rollenentwicklung über die nächsten Jahre:

Fragen Sie sich alle 3–6 Monate: „Welche Aufgaben mache ich noch selbst, die eigentlich schon in Phase 2 oder 3 gehören?“ und planen Sie aktiv Delegation oder Prozessaufbau ein.

Systemdenken trainieren: Einfache Prozess- und KPI-Maps

Visualisieren Sie Ihre wichtigsten Wertströme – am Anfang reicht ein Whiteboard oder ein digitales Board.

Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gefühl für Ihr Geschäftsmodell als System – und treffen differenziertere Entscheidungen.

Praxis-Check: Wo stehen Sie heute?

Zum Abschluss ein kompakter Selbsttest. Gehen Sie die folgenden Aussagen durch und markieren Sie intuitiv „trifft zu“, „teilweise“ oder „trifft nicht zu“.

Wenn Sie bei mehr als der Hälfte „trifft nicht zu“ angekreuzt haben, ist das keine Katastrophe – es ist eine klare Agenda. Wählen Sie ein Mindset-Feld aus (z. B. Kundenobsession oder radikale Verantwortung) und definieren Sie genau eine neue Routine, die Sie in den nächsten vier Wochen testen.

Mindset ändert sich nicht über Nacht. Aber jede bewusste Entscheidung, jede neue Frage und jede kleine Routine verschiebt die Art, wie Sie denken – und damit die Qualität Ihrer Entscheidungen als Gründer.

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