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Personal branding auf linkedin: so positionieren sich geschäftsführer und experten im deutschsprachigen b2b-umfeld

Personal branding auf linkedin: so positionieren sich geschäftsführer und experten im deutschsprachigen b2b-umfeld

Personal branding auf linkedin: so positionieren sich geschäftsführer und experten im deutschsprachigen b2b-umfeld

Wenn ich in mittelständischen Unternehmen über LinkedIn spreche, höre ich oft zwei Sätze: „Dafür habe ich keine Zeit“ und „Das sollen unsere Marketing-Leute machen“. Beides ist im B2B-Umfeld 2025 ein Fehler – vor allem für Geschäftsführer und Fachexperten. Denn: Menschen kaufen von Menschen, nicht von Logos. Und LinkedIn ist inzwischen die wichtigste Bühne im deutschsprachigen B2B, auf der diese Menschen sichtbar werden.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie sich als Geschäftsführer oder Experte auf LinkedIn so positionieren, dass Sie:

Warum Personal Branding im B2B mehr ist als „Selbstinszenierung“

Viele Geschäftsführer tun sich mit dem Begriff „Personal Branding“ schwer. Klingt nach Ego-Show und Influencer-Gehabe. Im B2B-Kontext geht es aber um etwas anderes: um Vertrauen, Relevanz und Klarheit für Ihren Markt.

Pragmatische Definition für den Mittelstand:

Personal Branding auf LinkedIn = gezielte Steuerung, wofür Sie in Ihrem Markt stehen, bei welchen Themen Sie als Ansprechpartner gelten und welche Menschen deshalb aktiv auf Sie zukommen.

Drei Gründe, warum das im deutschsprachigen B2B-Umfeld inzwischen geschäftskritisch ist:

Die Frage ist also nicht mehr, ob Sie sich als Person positionieren, sondern wie bewusst Sie das tun.

Die größten Denkfehler von Geschäftsführern und Experten auf LinkedIn

Bevor wir in die Umsetzung gehen, lohnt ein Blick auf typische Fehler, die ich in Projekten immer wieder sehe:

Wenn Sie einen oder mehrere Punkte wiedererkennen: gute Nachricht. Gerade dann haben Sie mit wenigen gezielten Änderungen schnell sichtbare Effekte.

Positionierung: Wofür wollen Sie im Markt stehen?

Bevor Sie irgendetwas auf LinkedIn tun, brauchen Sie Klarheit über Ihre Positionierung. Sonst bleibt alles beliebig.

Stellen Sie sich drei einfache Fragen:

Ein Praxisbeispiel aus einem Projekt mit einem technischen Geschäftsführer (Maschinenbau, 120 Mitarbeiter, Süddeutschland):

Vorher war sein Profil generisch („leistungsfähige Lösungen für die Industrie“). Nach der Schärfung der Positionierung war sofort erkennbar, wem er hilft und wobei. Die Folge: deutlich mehr Kontaktanfragen von genau den richtigen Personen.

Nutzen Sie folgendes Mini-Canvas für Ihre eigene Klarheit (am besten schriftlich ausfüllen):

Ihr LinkedIn-Profil als Landingpage – nicht als Lebenslauf

Ihr Profil ist der Dreh- und Angelpunkt Ihres Personal Brandings. Viele behandeln es wie einen Lebenslauf. Besser ist: wie eine Landingpage für Ihre Zielgruppe.

Die wichtigsten Elemente – pragmatisch optimiert:

Profil-Foto und Banner: in 3 Sekunden Vertrauen aufbauen

In B2B-Märkten entscheiden Menschen sehr schnell, ob jemand „seriös“ und „kompetent“ wirkt. Das spielt sich unterbewusst ab, ist aber messbar an Kontaktanfragen und Profilaufrufen.

Checkliste Profilfoto:

Checkliste Bannerbild:

Headline & Info-Bereich: Klarheit statt Floskeln

Die Headline direkt unter Ihrem Namen wird am häufigsten gelesen. „Geschäftsführer bei XY GmbH“ verschenkt Potenzial. Besser: Nutzen und Zielgruppe klar machen.

Schlechtes Beispiel: „Geschäftsführer bei Müller Maschinenbau GmbH“

Besser: „Geschäftsführer | Wir helfen Produktionsleitern, Rüstzeiten um 30 % zu senken – ohne neue Maschinen zu kaufen“

Formel, die gut funktioniert:

Rolle + Zielgruppe + Nutzenversprechen (optional: Kerntechnologie/Ansatz)

Der Info-Bereich („Über mich“) ist Ihr Elevator Pitch in Textform. Verzichten Sie auf Floskeln wie „langjährige Erfahrung“ und „leidenschaftlicher Teamplayer“ – das behauptet jeder.

Strukturvorschlag für den Info-Text:

Content-Strategie: Was Sie posten sollten – und was nicht

Viele Geschäftsführer wissen nicht, worüber sie auf LinkedIn schreiben sollen. Die gute Nachricht: Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Sie müssen nur konsequent aus Ihrer Praxis berichten.

In meinen Projekten arbeite ich mit einem einfachen 4-Säulen-Modell für B2B-Experten:

Ein Beispiel aus einem Projekt mit einer Expertin für B2B-Vertrieb in der Bauzulieferindustrie: Sie begann damit, wöchentlich kurze Posts zu schreiben:

Nach 3 Monaten: spürbar mehr eingehende Anfragen, Einladungen zu Branchen-Events, erste Kooperationsanfragen von Partnern.

Interaktion: Sichtbarkeit durch Kommentare, nicht nur eigene Posts

Viele unterschätzen, wie stark gut platzierte Kommentare wirken. In der Praxis sehe ich oft: 20 % eigener Content, 80 % kluges Kommentieren bringt gerade am Anfang die beste Traktion.

Wo sollten Sie kommentieren?

Wie sollten Sie kommentieren?

Ein kurzer Kommentar, der eine Zahl aus Ihrer Praxis nennt oder ein Mini-Beispiel liefert, bleibt hängen – und zieht Profilbesuche nach sich.

Leadgenerierung: Vom Sichtbarsein zur Anfrage

Personal Branding ohne geschäftlichen Effekt ist ein Hobby. Ziel im B2B: mittelfristig qualifizierte Kontakte und Anfragen aus Ihrem Wunschmarkt.

Drei Hebel, die ich in der Praxis immer wieder einbaue:

Ein pragmatischer DM-Ansatz, der im DACH-B2B gut funktioniert:

„Guten Tag Herr/Frau X, Ihr Beitrag zu [Thema] hat mir aus Sicht [Rolle] gut gefallen, vor allem [konkreter Aspekt]. Ich begleite Unternehmen mit ähnlichen Fragestellungen im Bereich [Thema]. Wenn Sie mögen, vernetze ich mich gerne – vielleicht ergeben sich später einmal Berührungspunkte. Beste Grüße…“

Kein Pitch, keine Terminfrage. Erst die Beziehung, dann das Geschäft.

Rollenverständnis: Geschäftsführer vs. Experte – was ist anders?

Geschäftsführer und Fachexperten sollten LinkedIn unterschiedlich nutzen – mit klarer Schnittmenge.

Geschäftsführer-Fokus:

Experten-Fokus (z. B. Leiter Technik, Leiter Vertrieb, Fachspezialist):

Ideal ist, wenn beides zusammenspielt: Der Geschäftsführer setzt die übergeordnete Story und Haltung, Experten liefern die tiefen Einblicke. So entsteht ein glaubwürdiges Bild Ihres Unternehmens – von außen und innen.

Minimalprogramm: 30-Minuten-Plan pro Woche für den Einstieg

„Ich habe dafür keine Zeit“ höre ich häufig. Darum ein extrem pragmatischer Einstieg, mit dem die meisten Geschäftsführer starten können:

Wöchentlich 30 Minuten investieren in:

Wenn Sie das 8–12 Wochen durchhalten, sehen Sie meist:

Kontrollpunkte: Woran Sie merken, dass Ihr Personal Branding wirkt

Als Berater mag ich Messbarkeit. Auch Personal Branding lässt sich im B2B sinnvoll mit KPIs hinterlegen – ohne in Eitelkeitsmetriken (Likes) stecken zu bleiben.

Sinnvolle Kennzahlen für Geschäftsführer und Experten:

Intern empfehle ich, alle 3–6 Monate ein kurzes Review zu machen:

Auf dieser Basis können Sie Ihre Themen, Formate und Frequenz nachjustieren – wie in jedem anderen Performance-Kanal.

Wenn Sie Personal Branding auf LinkedIn als strategische Aufgabe für Geschäftsführung und Schlüssel-Experten begreifen, statt als „Nebenschauplatz fürs Marketing“, wird die Plattform zu einem Hebel für Vertrieb, Recruiting und Positionierung im Markt. Und genau das ist im deutschsprachigen B2B-Umfeld derzeit eine der am meisten unterschätzten Wachstumschancen.

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