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Prozessautomatisierung im backoffice: schritt für schritt zur digitalen effizienz in rechnungswesen, einkauf und hr

Prozessautomatisierung im backoffice: schritt für schritt zur digitalen effizienz in rechnungswesen, einkauf und hr

Prozessautomatisierung im backoffice: schritt für schritt zur digitalen effizienz in rechnungswesen, einkauf und hr

Wenn in Meetings über „Digitalisierung“ gesprochen wird, denken viele zuerst an Marketing, Vertrieb oder Produktion. Das Backoffice – also Rechnungswesen, Einkauf und HR – läuft oft noch mit Excel-Listen, E-Mail-Anhängen und handgestrickten Workarounds. Genau hier liegen aber häufig die größten, schnell realisierbaren Effizienzhebel.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie Prozessautomatisierung im Backoffice pragmatisch angehen: vom ersten Überblick über Ihre Prozesse bis hin zu konkreten Automatisierungen in Rechnungswesen, Einkauf und HR. Ohne Buzzwords, ohne Mammutprojekt – dafür mit klarer Schritt-für-Schritt-Struktur und konkreten Checklisten.

Warum sich Prozessautomatisierung im Backoffice (fast) immer lohnt

Die meisten mittelständischen Unternehmen kämpfen im Backoffice mit ähnlichen Problemen:

Die Effekte sind messbar:

In Projekten mit mittelständischen Kunden sehe ich immer wieder: Bereits mit einfachen Automatisierungen lassen sich im Backoffice 20–40 % Bearbeitungszeit pro Vorgang einsparen – ohne Personalabbau, einfach durch bessere Abläufe. Gleichzeitig steigt die Qualität der Daten und die Transparenz für die Führung.

Was bedeutet Prozessautomatisierung im Backoffice konkret?

Prozessautomatisierung heißt nicht, dass „Roboter alles übernehmen“ oder Sie sofort ein großes ERP-Projekt starten müssen. Im Kern geht es um drei Dinge:

Typische Technologien sind dabei:

Wichtig: Technologie ist nur das Werkzeug. Die Musik spielt in der Prozessgestaltung.

Wo fangen Sie an? Die drei größten Hebel im Backoffice

In 8 von 10 Projekten starten wir in einem dieser drei Bereiche, weil hier schnell messbare Effekte entstehen:

Rechnungswesen: Vom Rechnungseingang bis zur Zahlung

Typischer Ist-Zustand: Rechnungen kommen per Post und E-Mail, werden ausgedruckt, gestempelt, unterschrieben, gescannt und manuell in die Buchhaltung übertragen. Freigaben hängen an Personen („Der Geschäftsführer muss alles sehen“) statt an Beträgen und Regeln.

Konkrete Automatisierungsschritte:

Erfahrungswert aus einem Projekt (180 Mitarbeitende, Industrie):

Einkauf: Von der Bedarfsanforderung bis zur Bestellung

Viele Unternehmen haben zwar Einkaufsrichtlinien, aber in der Praxis läuft viel über „kurze Wege“: E-Mail an den Einkauf, Anruf beim Lieferanten, nachträgliche Genehmigung. Dadurch verlieren Sie Verhandlungsmacht, Transparenz und Budgetkontrolle.

Typische Automatisierungsschritte:

Ein Praxisbeispiel aus einem B2B-Dienstleister (ca. 70 Mitarbeitende):

HR: Vom Onboarding bis zur Stammdatenpflege

HR-Abteilungen ersticken oft in Routineaufgaben: Formulare prüfen, Daten in Systeme übertragen, Rückfragen zu Urlaub, Bescheinigungen, Adressänderungen. Genau hier ist Automatisierung besonders dankbar.

Typische Ansatzpunkte:

Ein Beispiel aus einem Handelsunternehmen (ca. 250 Mitarbeitende, mehrere Standorte):

Schritt-für-Schritt-Vorgehen: So planen Sie Ihr Automatisierungsprojekt

Der größte Fehler ist, „ein Tool zu kaufen“ und dann zu hoffen, dass sich die Prozesse schon fügen. Drehen Sie die Reihenfolge um: erst Klarheit, dann Technik.

Empfohlene Vorgehensweise in fünf Schritten:

Checkliste: Sind Ihre Prozesse bereit für Automatisierung?

Bevor Sie in Technik investieren, sollten Sie klären, ob Ihre Prozesse grundsätzlich automatierbar sind. Gehen Sie die folgenden Punkte für jeden Prozess durch:

Wenn Sie mehr als zwei der Punkte mit „Nein“ beantworten, ist Ihr erster Schritt nicht Automatisierung, sondern Prozess- und Regelklärung.

Typische Stolpersteine – und wie Sie sie vermeiden

In vielen Projekten sehe ich die gleichen Muster, die den Fortschritt ausbremsen. Ein paar davon können Sie relativ leicht vermeiden:

Praxisnahe Kennzahlen: Wie Sie Erfolg messen

Automatisierung lohnt sich nur, wenn Sie den Nutzen auch nachweisen können. Folgende Kennzahlen haben sich in Projekten bewährt:

Mein Rat: Definieren Sie vor Projektstart 3–5 Kennzahlen pro Bereich, erheben Sie eine Ausgangsbasis und planen Sie nach 3, 6 und 12 Monaten einen Soll-Ist-Abgleich ein.

Wie Sie starten, ohne ein „Großprojekt“ zu eröffnen

Viele Führungskräfte haben Respekt vor Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekten, weil sie an SAP-Einführungen und mehrjährige Programme denken. Das muss nicht sein. Drei pragmatische Einstiege:

Wichtig ist, dass Sie Verantwortung klar verankern: Ein Mitglied der Geschäftsleitung oder Bereichsleitung sollte das Thema Prozessautomatisierung im Backoffice explizit als Sponsor übernehmen, mit messbaren Zielen und einem groben Fahrplan für 12–24 Monate.

Wenn Sie diesen Weg strukturiert gehen, wird aus „Wir müssten mal digitalisieren“ ein sehr konkretes Programm, das Monat für Monat spürbare Effizienzgewinne bringt – ohne Ihr Unternehmen in ein IT-Großprojekt zu stürzen.

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